Corona: Schul-Neustart

Ab morgen, Montag, 18. Mai, soll es in einer nächsten Stufe und in eingeschränktem Umfang wieder Präsenzunterricht geben, und zwar in den 4. Jahrgangsstufen an Grundschulen, in der Sekundarstufe I (also den weiterführenden Schulen), der Einführungsphase der Sekundarstufe II an allgemeinbildenden Schulen, in Intensivklassen an weiterführenden und beruflichen Schulen sowie für Berufsschüler, die eine duale Ausbildung absolvieren.

Dass die Schulen für weitere Kinder und Jugendliche in Hessen wieder öffnen, wird von vielen Schülern und Eltern herbeigesehnt. Der Alltag im Klassenzimmer und Schulgebäude wird aber von vielen Regeln und Verboten bestimmt.

Ich habe mich vor Ort informiert, was dies alles für die Schulen bedeutet. Attilio Forte, Schulleiter der Leo_Sternberg-Schule in Limburg hat sich Zeit für ein Gespräch, einen intensiven Rundgang genommen – obgleich am Tag meines Besuchs letzten Mittwoch der Countdown für die nächste Stufe des Neustarts unerbittlich tickte. Hygieneplan, Markierungen, Einbahnstraßenregelungen in den Schulgängen, Sitzordnung in den Klassen, Reinigungsrhythmus – Verknüpfung Schülertransport, Abstimmung mit den Hausverwaltern, dem Personalrat und den Eltern.

Es ist eine unglaubliche Vielfalt, ein filigranes Werk, das der engagierte Schulleiter und sein Team hier schon seit Wochen und nun für die nächste Stufe der Schulöffnung auf die Beine stellen. Seit Ende April läuft die erste Stufe des Schulbetrieb. Es läuft gut und Forte ist vor allem froh, dass sein Team und die Eltern sich so unterstützend beteiligen. An dieser Limburger Schule sind Schüler mit verschiedenstem Hintergrund vertreten. Von der optimalen Begleitung durch die Eltern bis zu den Fällen, wo das Team der Notfallseelsorge selbst die Kinder besucht oder eine Einzelbeschulung anbieten.

800 Schüler besuchen diese Schule, davon 580 Buskinder. Und das bedeutet Logistik pur – wann kommen welche Busse, wie Begegnungen vermeiden? Was ist wenn Wartezeiten vor dem Unterricht entstehen?  Attilio Forte und sein Team haben auch das gelöst, mit vielen, vielen Gesprächen, Kreativität und viel Einsatz. Bei den rund zwei Stunden, in denen er mir die liebevollen und doch sorgfältig vorbereiteten Klassenzimmer, die Gänge und „Einbahnstraßen“ zeigt, mich dem Team der Notfallseelsorge vorstellt und Gespräche führt – man spürt, wie sich hier Leitung, das ganze Team auf die Kinder freuen. Es wird tolles geleistet, um diese herausfordernde nächste Stufe zu meistern.

Eine große Unterstützung ist dabei die eigene IT-Plattform, die die Schule seit vielen Jahren betreibt.  Videokonferenzen, Mailadressen, Archiv – das hilft natürlich sehr in der aktuellen Krise. Für viele Kinder an dieser Schule ist Bildung, der Schulabschluss hier die einzige Möglichkeit einen eigenen Weg einzuschlagen., sich etwas aufzubauen – eine Möglichkeit des Aufstiegs.  Alle hier, bis zum Fachlehrer, der einfach mal eigene Desinfektionsspender baut – alle ziehen an einem Strang. Für mich war dieser Rundgang ein Quell der Erfahrung, viele neue Erkenntnisse – wo es fehlt, wo Handlungsbedarf sein könnte und wie vor Ort gearbeitet wird. Danke an Attilio Forte, das ganze Team der Leo, Förderverein, Eltern für das, was in dieser herausfordernden Zeit an dieser Schule geleistet wird! Und Danke für die Zeit und den Einblick an diesem hektischen Tag! Ich wünsche der Leo-Sternberg-Schule, allen Schulen einen guten Neustart morgen!

Marion Schardt-Sauer MdL | Hospitalstraße 1b | 65549 Limburg | Telefon: 06431/284934