Landkreis Limburg-Weilburg: Bei jedem siebten Notruf kommt Hilfe später als gesetzlich vorgesehen

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Luftrettung

Die heimische FDP-Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer sieht nach der Antwort der schwarz-roten Landesregierung um Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) auf ihre Kleine Anfrage zur Luftrettung erheblichen Handlungsbedarf bei der Notfallversorgung im Landkreis Limburg-Weilburg. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bei mehr als jedem siebten Notruf kommt die Hilfe später als gesetzlich vorgesehen. Das ist nicht akzeptabel. Wenn Menschen den Notruf wählen, dann erwarten sie schnelle Hilfe – und zwar zu Recht“, erklärt Schardt-Sauer.

Nach Angaben der Landesregierung wurde die Hilfsfrist im Landkreis Limburg-Weilburg 2024 in 86,71 Prozent der Fälle und 2025 in 86,89 Prozent der Fälle eingehalten. Umgekehrt bedeutet dies, dass in rund 13 Prozent der Einsätze die gesetzlich vorgesehene Frist überschritten wurde. „Für die Betroffenen geht es nicht um Statistiken. Es geht oft um Herzinfarkte, Schlaganfälle oder schwere Unfälle. Da zählt jede Minute. Wer zu lange warten muss, zahlt im schlimmsten Fall mit seiner Gesundheit oder sogar mit seinem Leben“, so die liberale Limburger Landtagsabgeordnete.Mit ihrer Anfrage wollte Schardt-Sauer insbesondere klären, welche Rolle die Luftrettung bei der Versorgung des Landkreises spielt und ob mögliche strukturelle Veränderungen die Versorgungssicherheit beeinträchtigen könnten. Die Landesregierung räumt in ihrer Antwort ein, dass derzeit eine Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung durchgeführt wird, um zu prüfen, ob die bestehenden Kapazitäten künftig ausreichend sind oder sogar ausgebaut werden müssen.

Für Schardt-Sauer ist dies ein Hinweis darauf, dass die bestehenden Strukturen keineswegs selbstverständlich gesichert sind. „Besonders besorgniserregend ist, dass die Landesregierung selbst prüfen lässt, ob die bestehenden Strukturen in Zukunft überhaupt noch ausreichen. Gleichzeitig fehlt jedes klare Bekenntnis, die Luftrettung dauerhaft zu sichern. Das passt nicht zusammen.“ Die Antwort der Landesregierung verdeutliche zugleich die hohe Bedeutung der Luftrettung für die Region. Allein im Jahr 2025 wurden 323 Luftrettungseinsätze im Landkreis Limburg-Weilburg durchgeführt.

Hintergrund der Anfrage war ein Bericht des Hessischen Rundfunks über mögliche Auswirkungen geplanter Einsparungen insbesondere der schwarz-roten Bundesregierung im Gesundheitswesen sowie struktureller Veränderungen durch Krankenhausschließungen und den Rückbau von Rettungsdienststrukturen. Gerade für ländlich geprägte Regionen wie den Landkreis Limburg-Weilburg sei eine leistungsfähige Luftrettung von besonderer Bedeutung. Hinzu kommt die derzeitige Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft, durch die die Wege zur fachgerechten beziehungsweise fachspezifischen Versorgung von Patientinnen und Patienten zunehmend länger werden. Gerade bei zeitkritischen Notfällen wird deshalb die Luftrettung für den schnellen Transport in die nächstgeeignete Klinik immer wichtiger.

„Wer im Gesundheitswesen spart, Krankenhausstandorte gefährtet, damit Wege verlängert und Strukturen ausdünnt, darf sich nicht wegducken. Dann muss man umso mehr dafür sorgen, dass Rettungsdienst und Luftrettung massiv gestärkt werden. Hier darf keinesfalls der Rotstift angesetzt werden. Davon lese ich in der Antwort der Landesregierung viel zu wenig“, kritisiert Schardt-Sauer.

Die Landesregierung bleibe eine klare Antwort schuldig, wie sie auf mögliche Verschlechterungen der Versorgungsstrukturen reagieren wolle. Statt konkreter Maßnahmen verweise sie auf weitere Analysen und Prüfungen. „Die Menschen in Limburg-Weilburg wollen keine Gutachten und Prüfaufträge. Sie wollen die Gewissheit, dass Hilfe kommt, wenn sie gebraucht wird. Die Landesregierung redet von Analysen. Die Menschen wollen Lösungen. Gerade im ländlichen Raum darf die Notfallversorgung nicht auf der Strecke bleiben“, so Schardt-Sauer abschließend.