Lichfieldbrücke: Schwarz-Rot dreht sich im Kreis – 2031 bleibt ein Versprechen ohne Garantie

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Lichfield Brücke

Schardt-Sauer: „Seit Monaten wissen wir von der Sparlösung. Jetzt wird sie wieder geprüft und abgestimmt. Das ist keine neue Lösung, das ist verlorene Zeit.“

Die Antwort von Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) auf eine erneute Kleine Anfrage der Limburger FDP-Landtagsabgeordneten Marion Schardt-Sauer bringt bei der Lichfieldbrücke vor allem eines ans Licht: Wirklich weiter ist das Projekt kaum gekommen. Die von Hessen Mobil verfolgte günstigere Lösung für den Trinkwasserschutz ist bereits seit Monaten bekannt. Trotzdem wird weiter abgestimmt und geklärt. Der Baubeginn soll weiterhin erst 2031 erfolgen.

„Das ist doch absurd“, sagt Schardt-Sauer. „Seit Monaten reden wir über dieselbe Sparlösung. Jetzt heißt sie plötzlich weiterentwickelte Lösung. Es wird geprüft, abgestimmt und vereinbart. Aber gebaut wird weiterhin nicht.“

Bereits vor vielen Monaten war bekannt geworden, dass die ursprünglich geplante Trinkwasseraufbereitungsanlage verworfen und stattdessen eine günstigere technische Lösung verfolgt werden soll. Die Landesregierung hatte damals erklärt, damit könne ein gleichwertiger Trinkwasserschutz mit weniger Kosten und geringerem Planungs- und Bauaufwand erreicht werden.

In ihrer aktuellen Antwort bestätigt die schwarz-rote Landesregierung nun, dass diese Richtung weiterverfolgt wird. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurde gemeinsam mit der Unteren Wasserbehörde und der EVL eine weiterentwickelte Lösung konzipiert. Eine Vereinbarung zwischen EVL und Land befindet sich allerdings noch immer in Vorbereitung.

„Das ist keine Erfolgsmeldung“, so Schardt-Sauer. „Das ist eine Verzögerungsmeldung. Wir reden immer noch darüber, wie die Trinkwasserversorgung während des Baus abgesichert werden soll. Dafür ist seit Jahren Zeit gewesen.“

Dabei ist die Zeit längst knapp. Der Ersatzneubau der Lichfieldbrücke sollte ursprünglich bereits 2022 beginnen. Danach wurde der Start auf 2024, anschließend auf 2026 und schließlich auf 2031 verschoben.

„Vier Termine, oftmals verschoben. Irgendwann muss Schluss sein“, sagt Schardt-Sauer. „Die Menschen in Limburg haben genug von Ankündigungen. Sie wollen, dass diese Brücke neu gebaut wird.“

Die Landesregierung hält dennoch am Baubeginn 2031 fest. Trotz der zusätzlichen Prüfungen und Abstimmungen werde weiterhin mit diesem Termin gerechnet.

Für Schardt-Sauer steht damit vor allem Verkehrsminister Mansoori in der Verantwortung.

„Minister Mansoori kann nicht immer neue Prüfungen und Abstimmungen präsentieren und das dann als Fortschritt verkaufen“, sagt die FDP-Abgeordnete. „Die Verantwortung liegt am Ende bei der Landesregierung. Und die muss jetzt liefern.“

Auch beim Zustand der bestehenden Brücke bleibt die Situation ernst. Die Landesregierung erklärt zwar, die Lichfieldbrücke sei derzeit verkehrssicher. Das gilt allerdings unter den ergriffenen Maßnahmen, insbesondere dem Verbot für Schwerlastverkehr über 44 Tonnen und den jährlichen Sonderprüfungen. Die nächste Sonderprüfung ist für Herbst 2026 vorgesehen.

„Ja, die Brücke ist heute offenbar sicher. Aber sie wird dadurch nicht jünger“, sagt Schardt-Sauer. „Wir brauchen keinen weiteren Papierkrieg. Wir brauchen eine neue Brücke.“

Die FDP-Abgeordnete fordert Verkehrsminister Mansoori und die schwarz-rote Landesregierung deshalb auf, die noch offenen Fragen mit der EVL und den zuständigen Behörden unverzüglich zu klären und das Projekt anschließend ohne weitere Verzögerungen voranzutreiben.

„Jetzt bitte keine weiteren Ausreden“, so Schardt-Sauers Appell an Verkehrsminister Kaweh Mansoori. „Machen Sie das Projekt endlich zur Chefsache. Setzen Sie sich an einen Tisch, machen Sie die Vereinbarung fertig und legen Sie los. Die Menschen in Limburg haben lange genug gewartet.“

Ihr Fazit fällt entsprechend deutlich aus:

„Seit Jahren wird hier geplant, geprüft und verschoben. Es reicht. Die schwarz-rote Landesregierung muss endlich liefern. Limburg braucht eine neue Lichfieldbrücke – und zwar nicht erst nach der nächsten Runde von Prüfungen und Abstimmungen.“