Limburgs Bahnhöfe: Zwischen täglichem Ärger und ungenutztem Potenzial

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Limburgs Bahnhöfe

VOR ORT – IM GESPRÄCH

Limburgs Bahnhöfe: Zwischen täglichem Ärger und ungenutztem Potenzial.
Eine defekte Zugangstür. Spuren von Vandalismus. Und wer vor der Zugfahrt noch schnell einen Kaffee oder etwas zu essen möchte, hat am Limburger ICE-Bahnhof nur wenige Möglichkeiten.
Für die meisten Reisenden sind das vielleicht Kleinigkeiten. Für Menschen, die hier jeden Morgen ein- und jeden Abend wieder aussteigen, gehören sie zum Alltag.
Genau deshalb habe ich den Vor-Ort-Termin an Limburgs ICE- und Regionalbahnhof initiiert. Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Marius Hahn, dem 1. Stadtrat Michael Stahnke ging es im Austausch mit dem neuen Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn AG, Ismail Ertug, und seinen beiden Kollegen vom Bahnhofsmanagement und der DB Fernverkehr darum, Probleme nicht nur anzusprechen, sondern sie dort zu betrachten, wo sie tatsächlich entstehen.

HINSCHAUEN

Beim Rundgang wurden die Schwachstellen schnell sichtbar. Am ICE-Bahnhof sind immer wieder Zugangstüren defekt, Vandalismusschäden beeinträchtigen das Erscheinungsbild und auch bei Sauberkeit und Umfeld gibt es Luft nach oben.
Hinzu kommt eine Frage, die sich gerade an einem wichtigen ICE-Standort stellt: Warum werden vorhandene Möglichkeiten nicht stärker genutzt?
Ein Café, eine Bäckerei oder andere Angebote für Reisende und Pendler könnten den Aufenthalt angenehmer machen und gleichzeitig dazu beitragen, den Bahnhof stärker als Teil der Stadt wahrzunehmen. Auch am Regionalbahnhof gibt es ungenutzte gewerbliche Potenziale.
Denn ein Bahnhof ist längst mehr als ein Ort, an dem Menschen ein- und aussteigen. Er ist für viele Pendler täglicher Start- und Endpunkt ihres Arbeitstages – und zugleich ein Eingangstor zur Stadt.

IM GESPRÄCH

Deshalb ging es bei dem Termin nicht allein um Gebäude und Bahnsteige. Auch die Fahrplanentwicklung und Perspektiven des Fernverkehrs für den Bahnstandort Limburg sowie die Bedürfnisse der zahlreichen Berufspendler wurden thematisiert.
Ein weiterer Punkt: die kommenden Baumaßnahmen auf den Bahnstrecken. Sie sind für eine leistungsfähige Infrastruktur notwendig, werden für die Fahrgäste aber zunächst zusätzliche Einschränkungen und Belastungen bedeuten. Umso wichtiger ist es, frühzeitig darüber zu sprechen, wie Behinderungen möglichst begrenzt und Informationen zuverlässig bei den Reisenden ankommen.
Gerade hier zeigt sich, warum der direkte Austausch vor Ort so wichtig, ja wertvoll ist: Stadt, DB und Politik haben unterschiedliche Zuständigkeiten und Möglichkeiten. Verbesserungen entstehen aber nur, wenn diese Perspektiven zusammengebracht werden. An diesem gemeinsamen Ziel werden Stadt, DB und Politik weiter arbeiten.